DROGEN – Präventionsveranstaltung in Geisa Rhön-Ulstertal-Schule

Einen Informationsabend zum Thema Drogen gab es kürzlich in der Geisaer Regelschule, hier waren zahlreiche Eltern und Jugendliche aus dem Geisaer Amt erschienen.
Der Kontaktbereichsbeamte Jörg Arnold begrüßte zum Vortrag Kriminaloberkommissarin Manuela Poch von der Polizeilichen Beratungsstelle der Landespolizeiinspektion Suhl und seine Kollegin von

der Polizeiinspektion Bad Salzungen, Polizeiobermeisterin Katja Bräuning. Regelschulleiter Jens Jahn freute sich über das große Interesse der Eltern und Jugendlichen sich über das Thema Drogen von sachkundiger Seite zu informieren. Die Regelschule in Geisa besuchen derzeit 249 Schüler.
Die Kriminaloberkommissarin Manuela Ploch stellte zunächst einen Teil der Drogenstatistik der Landespolizeiinspektion Suhl und Gesamtstatistik von Thüringen 2014 vor:

Landespolizeiinspektion Suhl 2014 Thüringen 2014 gesamt
- 6 Drogentote
- 120 g Haschisch
- 9.150 g Marihuana
- 493 Stück Cannabispflanzen
- 770 g Amphetamin
- 315 g Methamphetamine-Amphetamin
- XTC 307 Stück
- 12 Drogentote
- 6.812 g Haschisch
- 90.111 g Marihuana
- 5.426 Stück Cannabispflanzen
- 6.451 g Amphetamin
- 10.190 g Methamphetamine-Amphetamin
- 2.056 Stück XTC


v.l.: Polizeiobermeisterin Katja Bräuning, Kontaktbereichsbeamter Jörg Arnold Kriminaloberkommissarin Manuela Ploch  


Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen wohlbehütet und sicher bei ihren Eltern auf. Drogen werden in ihrem Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit keine große Rolle spielen. Für viele Jugendliche bleibt das Probieren von manchen illegalen Drogen episodenhaft und führt zu keinen tiefgreifenden und problematischen Veränderungen ihrer Persönlichkeit.
Kriminaloberkommissarin Manuela Ploch informierte, dass leider eine Reihe von Jugendlichen und Heranwachsenden ihre Drogenkontakte nicht mit der Probierphase abschließen. Drogenkonsum kann dann leicht „zur Gewohnheit“ werden. Hier kommt vielen Eltern der Gedanke: „Hoffentlich passiert das meinem Kind nicht!“ Wenn der Jugendliche Drogen nimmt – spätestens dann macht man sich Gedanken darüber, ob und wie mit Drogenkonsum umgegangen werden soll. Warum üben Drogen auf manche Menschen einen so großen Reiz aus? Warum werden einige süchtig, andere nicht?

Auf diese und andere Fragen ging die Präventionsbeamtin der Polizei in ihrem Vortrag ein. Im Verlauf einer informativen Power Point Präsentation stellte die Kriminaloberkommissarin verschiedene Drogen, ihre Erkennung und Wirkungsweisen den Eltern und Jugendlichen vor. Angefangen von legalen Drogen und Medikamenten (Nikotin, Alkohol, Anabolika ua.) bis hin zu illegalen Drogen (Marihuana, Haschisch, Cannabis, GHB, Liquid Ecctasy, KO-Tropfen, LSD, Kokain, Crack, Heroin ua.) wurden ausführlich behandelt und bildlich vorgestellt.

Ursachen für die Abhängigkeit
Drogengefährdung und –abhängigkeit entwickeln sich nicht von heute auf morgen. Einer möglichen „Drogenkarriere“ geht ein komplexes Geflecht von Ursachen voraus. Diese können in der Persönlichkeit des Betroffenen, seinem sozialen Umfeld und/oder der Anziehungskraft/Verfügbarkeit von Drogen liegen.
Vielfach sind es Betroffene:

Drogen können auch angenehme Empfindungen erzeugen, berichtete die Beamtin und schlechte Gefühle vorübergehend ausblenden oder sie erträglicher erscheinen lassen. Aber die „angenehme Wirkung“ geht bald vorüber und es folgt der Alltag und es folgt der starke Wunsch nach noch mehr Drogen. Manche Rauschgifte sind teuer und die Betroffenen rutschen sehr schnell in die Beschaffungskriminalität. Es erfolgt oft der Bruch mit dem Elternhaus, dem Freundeskreis oder

der Verlust des Arbeitsplatzes, Schulabbruch – Abgleiten in die Kriminalität.

Sucht ist eine krankhafte, zwangshafte Abhängigkeit von Stoffen (etwa Alkohol oder Heroin) oder Verhaltensweisen (wie Spiel-, PC-, Kauf-, Fernseh-Esssucht ua.) Sucht bedeutet in jedem Fall Unfreiheit. So kann eine Entwicklung in Gang kommen, an deren Ende man nicht mehr ohne die anregende oder dämpfende Wirkung der Droge auskommt.

Gefahrensignale können sein:

Diesen Anzeichen, so erzählt die Polizistin Manuela Ploch, sollte man – zumal wenn sie gehäuft und über einen längeren Zeitraum auftreten – auf den Grund gehen. Eltern können sich zunächst mit anderen Bezugspersonen, mit Lehrern, Erziehern oder Freizeitbetreuern beraten. Wenn sich der Eindruck eines Problems verdichtet, kann sich auch die Unterstützung durch eine Erziehungs- oder Familienberatungsstelle hilfreich sein.
Eindeutige Symptome für eine Suchtgefährdung gibt es nicht. Man sieht es dem Kind/Jugendlichen nicht „an der Nasenspitze“ an.

Denken Sie daran…
Sucht ist eine Krankheit, die in jeder Familie auftreten kann.

Jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Ausbildung und Beruf kann es treffen. Drogenabhängige sind krank, sie brauchen unsere Hilfe. Je früher Drogenkonsum und Abhängigkeit erkannt und angegangen werden, desto größer sind die Heilungschancen für Abhängige. Nehmen Sie die Hilfe und Unterstützung der Fachleute an, um einem möglichen Suchtrisiko vorbeugen zu können, so informierten die Polizeibeamten die Eltern und Jugendlichen am Ende der Präventionsveranstaltung in Geisa.

Die Polizeibeamten beantworteten Fragen der Eltern zu Drogenproblematik und gaben auch bereitwillig Auskunft über andere polizeilichen Fragen und Ermittlungen.

Text: Richard Veltum