01.12.2014

Weimarer Kulturexpress Katharina Kraul und Thomas Gabor mit dem Stück "Alkohol"

Gespannte Aufmerksamkeit herrschte im Mehrzweckgebäude unserer Schule. "Alkohol" hieß das Stück der Tournee-Theaters "Weimarer Kulturexpress", die nun schon zum 4. Mal an unserer Schule zu Gast waren. Für eine Stunde lauschten die Klassen 7-10 gebannt dem Stück. Mit viel Witz und Humor erzählt der Autor, Patric Tavanti, die Geschichte von Steffi und Stefan. Ohne erhobenen Zeigefinger zeigt er, welche Gefahren der Alkoholkonsum in sich birgt und in welche Sackgassen die "Flucht in den Rausch" führen kann.

Stefan hat Sehnsucht nach Anerkennung und Freiheit. Er sucht sich selbst zwischen der übergroßen Liebe der Mutter, die ihn immer noch als kleinen Jungen sehen will, den strengen Regeln des Vaters, der ihn durch Verbote und Strafen erziehen will, und der Ablehnung seiner Schulkameraden, die ihn für ein Muttersöhnchen halten.

Steffis alleinerziehende Mutter hat für sie keine Zeit. Zu früh muss Steffi erwachsen und für ihr Leben selbst verantwortlich sein. Sie sehnt sich nach Leichtigkeit, Geborgenheit und Liebe.

Alkohol wird für die beiden ein Synonym für Freiheit und Lebenslust: Party, Clique, Spaß und Entspannung von der Schule und dem Erwartungsdruck, der auf ihnen lastet. Was als "feucht-fröhlicher" Spaß beginnt, wird schnell bitterer Ernst. Steffi sucht einen Ausweg, und scheint ihn zu finden. Doch am Ende ist der Alkohol stärker, das Stück endet tragisch, das Ende aber bleibt offen.

Nach dem Stück standen die beiden Schauspieler Katharina Kraul und Thomas Gabor den Schülern für Fragen zur Verfügung. Dabei interessierte man sich sowohl für "technische" Fragen, wie z.B. ob der Kuss "echt" war und ob sich in den vielen geleerten Flaschen tatsächlich Alkohol befand, andererseits aber auch für inhaltliche Fragen. Wie reagiere ich richtig, wenn Jugendliche zu viel getrunken haben? Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn kein Notarzt geholt wird?

Dieses Stück hat viele zum Nachdenken angeregt und wird noch für das eine oder andere Gespräch in den Pausen, im Unterricht oder auch zu Hause sorgen. Und das wollten wir erreichen.