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Unsere Schule pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit dem Grenzmuseum "Point Alpha" sowie der Point Alpha Stiftung

Zeitzeugengespräch mit Adolf Bott

Wie war es, aus der damaligen DDR zu flüchten? Dies fragten sich die Schüler aus der 10. Klasse.
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts organisierte eine Schülerin einen Termin mit einem Zeitzeugen. Am 24. Januar 2017 berichtete uns der Zeitzeuge Adolf Bott aus Geisa von seiner Flucht in den Westen. Er erzählte von seiner Jugend in der DDR und dass er von einem besseren Leben träumte. Damals flüchtete Herr Bott zusammen mit fünf Freunden in den Westen. Sie versuchten davor bereits schon einmal zu flüchten. Sie krochen auf allen Vieren auf einem Feld zwischen Borsch und Buttlar, bis hoch zur Grenze. Als Hilfsmittel für ihre Flucht hatten die fünf ein Seil und eine Metallschere mitgenommen. An der Grenze angekommen, mussten sie ein Minenfeld durchqueren - mit ganz viel Glück unbeschadet. Mit der Schere schnitten sie den Weg in den Westen frei.
Die Eltern der fünf Jugendlichen wussten nichts von der gefahrvollen Flucht ihrer Kinder. Sie erhielten einen Anruf ihrer Kinder, als diese in einer Schule in Sicherheit waren. Sie kamen nach Gießen in ein Flüchtlingslager. Familienmitglieder und Freunde der Jugendlichen wurden in der darauffolgenden Zeit von der Stasi zu der Flucht befragt. Es war eine schwierige Zeit. Das Familienhaus der Familie Bott wurde von Scheinwerfern Tag und Nacht beleuchtet, um herauszufinden, wo dieser sich tatsächlich befindet.
Nachdem Herr Bott über seine Flucht erzählt hatte, konnten die Schüler zahlreiche Fragen stellen. Alle offenen Fragen wurden von Herr Bott ausführlich beantwortet. Das Highlight war, einzelne Seiten aus seiner Stasi-Akte zu lesen.
Die Schüler der zehnten Klasse hat es sehr gefreut, dass sich Herr Bott bereiterklärte, über seine gefahrvolle Flucht zu erzählen. Es war sehr erstaunlich, wie offen er mit seiner Vergangenheit umgeht.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Bott, dass er sich die Zeit nahm, den Schülern der zehnten Klasse als Zeitzeuge zu berichten.
Der Schülersprecher, Jonas Hohmann, überreichte ihm als Dank einen Blumenstrauß.

21.10.2015

"Born to be free"

„Revolution und dann?“, das war unser Thema, zu dem wir vom 19.10- 21.10.2015, in der Gedenkstätte Point Alpha und dem Geisaer Schloss, gearbeitet haben. Die gesamte Klasse 10a wurde beauftragt sich mit diesem Thema und besonders mit den treibenden Kräften der Grenzöffnung bzw. mit dieser Bewegung auseinanderzusetzen. Wir beschäftigten uns mit den Biografien von Vaclav Havel, Joachim Gauck, Lech Walesa, Bärbel Bohley und György Konrad, die einen großen Anteil an den Grenzöffnungen in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Polen hatten. Dieses Thema war für die meisten Neuland, was sich rasch herausstellte.

Am Montag begann unser Projekt im Schloss Geisa. Historiker Herr Kirsch von der Stiftung „Translation“, Frau Jacob unsere Deutschlehrerin und Herr Rößner von der Stiftung Point Alpha betreuten uns an diesem Tag. Am besagten Morgen wurde uns ein grober Ablaufplan unserer Projekttage mitgeteilt, aber auch die Lebensläufe der oben genannten „Helden der Wende“. Die meisten unserer Klassenkameraden und wir auch verstanden am Anfang nur „Bahnhof“, da wir mit vielen neuen und anspruchsvollen Informationen in sehr kurzer Zeit konfrontiert wurden. So war der erste Tag unserer Projekttage vergangen.

Am darauffolgenden Dienstag setzte sich unser Projekt am Point Alpha fort. Nach einer kurzen Einführung in die Tätigkeiten, durch Künstler Herr Hüsch, begannen wir ohne jede Anlaufhilfe in unseren Gruppen, die für uns bereitgestellte Box mit Zitaten,

Collagen und Portraits der benannten Leute zu verschönern. Die Kiste wurde rasch zur Massenaufgabe und jeder wollte seine Ideen und Einfälle mit einbeziehen, die darauffolgenden Ergebnisse konnten sich schon sehen lassen. An dieser Aufgabe war viel Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft gefragt. Ebenfalls unsere künstlerischen Fähigkeiten waren wichtig. Außerdem wurden durch das Team die Schwächen ausgeglichen und die Stärken des Einzelnen ergaben das Gesamtbild.

Am letzten Tag des Projektes ging die Arbeit an unserer Box weiter. Das gewohnte Bild des gestrigen Tages war schnell wieder eingekehrt. Und so fanden wir auch gemeinsam einen Slogan für die Kiste, nämlich „Born to be free“. Als wir am Vormittag die letzten Feinschliffe getan hatten und das Endprodukt sahen, waren wir alle sehr zufrieden und stolz auf unsere Arbeit.

Nach diesen Tagen können wir sagen, dass es für alle ein gelungenes Projekt war und neue Erfahrungen gesammelt wurden. Und wir finden, dass sich alles letzten Endes sehen lassen kann und unsere Klasse noch mehr zusammen gewachsen ist, daher das jeder von dem anderen abhängig war.

Bis Dezember kann das Ergebnis dieses Projekts im Haus auf der Grenze bestaunt werden. Danach wird unsere Box sogar Teil einer Ausstellung in Berlin sein.

Text: Antonia Reuter, Sebastian Fischer (10a)



26.02.2015

Geisaer Schüler stellten Mauerschützenprozess nach
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ein Bericht von Sarah Mannel-Gogler, Franziska Kramer, Celine Grosch - Kl. 10

Am Donnerstag, dem 26.02.15, nahmen wir, die beiden 10. Klassen der Geisaer Rhön-Ulstertal-Schule, im Rahmen des Geschichtsunterrichts mit unseren Klassenlehrerinnen Frau Jacob und Frau Kobielski an einem Projekt, organisiert durch die Point Alpha-Stiftung, teil.

Roman Grafe - Autor und Journalist -, mit dem wir im vergangenen Jahr bereits einen Projekttag über die DDR und speziell sein Buch „Schöne Grüße aus der DDR“ miterleben durften, begleitete uns diesmal bei dem Thema: „Die Mauerschützenprozesse“. Wir trafen uns um 7.30 Uhr vor dem Geisaer Schloss. Dort, im „Roten Saal“, begrüßte uns Herr Bausch, der Direktor der Point-Alpha-Stiftung, mit einer kurzen Ansprache. Unter anderem begleiteten uns Herr Rössner, Studienleiter der Point Alpha Akademie und wiss. Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung sowie Herr und Frau Dücker, die Mitbegründer der Point-Alpha-Stiftung und der Point-Alpha-Gedenkstätte.

Zunächst erläuterte uns Roman Grafe den Ablauf des Tages. Geplant war die Nachstellung des Mauerschützenprozesses von Chris Gueffroy. Mit Hilfe einer Leseprobe aus seinem Buch „Deutsche Gerechtigkeit“ bekamen wir genügend Informationen, um den Prozess nachspielen zu können.

Nach der Einteilung der jeweiligen Charaktere, wie zum Beispiel Richter, Staatsanwalt, Angeklagter, Verteidiger, Zuschauer usw. hatten wir 20 Minuten Vorbereitungszeit, um uns in unsere Rolle hineinzufinden. Und schon begann unser Schauprozess, der sich mit den Umständen des letzten Todesopfers Chris Gueffroy an der ehemaligen Berliner Grenze beschäftigte. Ohne das offizielle Urteil der Richter des Todesschützen Ingo Heinrich zu kennen, sollten wir uns eine eigene Meinung bilden und eine für uns angemessene Strafe erteilen. Durch die Kreativität unserer Mitschüler entstand sofort eine spannende und glaubwürdige Atmosphäre. Die gut durchdachten Argumente und Gegenargumente der einzelnen Gerichtsmitglieder, besonders von Sophie Schel als Verteidigerin und Enrico Vogt als Staatsanwalt, wurde dieses Schauspiel zu dem Highlight des Tages. Der Prozess und die Beratung unserer Richter dauerten etwa 1 ½ Stunden. Schließlich kamen sie zu einem Urteil von 8 Jahren und 6 Monaten Freiheitsentzug.

Nach unserem Ergebnis nahm sich Roman Grafe noch ein wenig Zeit für uns und klärte offene Fragen. Es gab eine kurze Auswertung der Zuschauer. Dabei diskutierten wir intensiv die Schuldfrage. Doch wer hatte eigentlich Schuld? Die Befehlshaber des Unrechtsstaates DDR mit dem festgelegten Befehl: „Grenzverletzer sind festzunehmen oder zu vernichten.“, oder das Gewissen und die ethischen Grundsätze jedes einzelnen Menschen,

die als Soldaten an der Grenze gedient haben. Die Mehrheit unserer Mitschüler war sich darüber einig, dass der Schießbefehl und die damit verbundenen psychischen Belastungen für die Soldaten zwar extrem hoch gewesen sein mussten. Doch trotz allem sind wir der Meinung, dass kein Mensch das Recht besitzt, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Das es auch andere Möglichkeiten in solchen Situationen gab, bewiesen viele Soldaten, indem sie absichtlich daneben schossen. Hätten diese Menschen nicht so gehandelt, wäre die Zahl der Todesopfer wesentlich höher. Diese Morde geschahen nicht aus Notwehr, sondern aus falscher Überzeugung, aber jeder muss dies mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren können. Nach dieser Erkenntnis verabschiedete sich Roman Grafe von uns.

Zum Abschluss des Tages sahen wir uns noch die Dokumentation „Das Kurze Leben des Chris Gueffroy“ an, die uns sehr bewegte.

Dieser Tag hat uns mal wieder mehr als deutlich gemacht, welche schlimmen Verbrechen sowohl damals als auch heute noch durch falsche Überzeugungen geschehen konnten.



11.04.2014

10a und 10b auf "Point Alpha"

Premiere auf Point Alpha - die beiden 10. Klassen der Regelschule Geisa besuchen als erste Schüler die neue Ausstellung der Gedenkstätte

„Besser kann man Geschichte nicht aufzeigen als in der Kombination einer audiovisuell überzeugenden Top-Ausstellung und einem hochkarätigen Zeitzeugengespräch. Beides auf Wunsch der Schüler und selbst organisiert, ein Riesenkompliment für unsere 10er“, so Geschichtslehrer Bernd Hollenbach und der ihn begleitende Praktikant Henrik Jahn am Rande der Veranstaltung.
Berthold Dücker – der „Vater“ der Point-Alpha-Gedenkstätte – sagte sofort zu, als Anna Trabert (Schülerin der Klasse 10a) ihn bat, die Führung durch die neue Ausstellung zu übernehmen und zusätzlich im Zeitzeugengespräch die Fragen der Schüler zu beantworten. In der Verbindung von hohem Sachverstand, Detailkenntnissen und dem eigenen Erleben der Flucht konnte er nicht nur in der Ausstellung überzeugen, sondern auch viele relativ unbekannte Episoden zur Point-Alpha-Anlage berichten. Für das mit Spannung erwartete Zeitzeugengespräch blieb dann leider zu wenig Zeit. Gerne nahmen die Schüler das spontane Angebot von Berthold Dücker an, dieses Gespräch in lockerer Schulrunde fortzusetzen. Jenes gestaltete sich so interessant, dass die 10er selbst die ansonsten ersehnte Mittagspause dafür „opferten“. Der Fragenkatalog reichte dabei von der Vorbereitung und Durchführung der Flucht als Jugendlicher, dem Neuanfang im Westen, seinem dortigen weiteren Lebensweg bis hin zum Erleben der Wiedervereinigung und der Gestaltung des demokratischen Neubeginns vor Ort.
Schulsprecher Jonas Schütz aus Gerstengrund interessierte sich neben anderen Fragen für die Gefühlslage eines 16-jährigen bei der Vorbereitung und dem unmittelbaren Fluchtablauf. Anna Kutscher als Klassensprecherin der Klasse 10b fragte nach

seinem nicht leichten Start in das neue „westliche“ Leben. Alexander Lenz wollte Detailkenntnisse über die Kontrolle seiner Person durch die Stasischnüffler wissen, Dominik Fink fragte nach seinen erfüllten Hoffnungen vom Leben im Westen. Immer wieder nahmen die Schüler Bezug zum Mut und der Willensstärke des Jugendlichen Berthold Dücker, für ein selbstbestimmtes freies Leben das eigene aufs Spiel zu setzen und von der wohlbehüteten Familie möglicherweise für immer Abschied zu nehmen.
Rationale Rückblendungen der Fluchtplanung und erschütternde Gefühlsmomente des einsamen inneren Abschiednehmens von der Mutter. Ohne ein Gespräch, aus Angst vorm Scheitern der Flucht und um Repressalien gegen die Familie zu verhindert. Der mühsam erkämpfte Erfolgt des Kurzbesuchs zur Beerdigung seiner Mutter, Kopfschütteln der Schüler bei der bildlichen Vorstellung der Kontrolle durch einen Polizisten, selbst beim Gang zum Grab. Die innere Aufgewühltheit des heute 66-jährigen bei der Schilderung dieser Schlüsselszenen, die dann stockende Stimme, authentischer kann man nicht berichten. Eine Achterbahnfahrt in der Gefühlswelt für die selbst jugendlichen Teilnehmer. Betroffenheit, emotional hoch aufladend, aber auch nachdenklich, mahnend und fordernd, eine Mixtur, die jeden Schüler fesselte. Berthold Dückers Aussage, alles dafür zu tun, dass nie wieder junge Menschen für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit solche Opfer bringen müssen, wurde mit spontanem Beifall der Schüler bedacht. Ebenso sein Appell an die Einbringung eines jeden von uns in die Gestaltung der Demokratie, die kein Geschenk und Selbstläufer ist. „Nutzt die Freiheit, bringt euch ein und gestaltet diese“, eine zeitlose und eindringliche Forderung besonders an die Jugend, der tatsächlich nichts hinzugefügt werden muss.

B. Hollenbach

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08.04.2014

"Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt." (Fiedrich Schiller)

"Ein Geschichtsprojekt"

Am 8. April erlebten unseree Neuntklässler bei sprichwörtlichem Aprilwetter einen spannenden und erlebnisreichen Tag auf dem Gelände der Point-Alpha-Stiftung.
Nach gemeinsamer Aufbereitung wichtiger geschichtlicher Fakten führte uns Herr Becker als eine der ersten Gruppen durch die neugestaltete Ausstellung, die noch nach Leim und Farbe roch.
Ein sehr kurzes freundliches Wetterfenster ermöglichte uns, die ehemaligen Grenzanlagen zu erlaufen und einen Blick in das US-Camp zu werfen.
Selbstständig arbeiteten unsere

Schüler zu Themen, wie "Grenzaufbau", "Zwangsaussiedlung und geschleifte Höfe", "Flucht und Tod", "Fluchtversuche 15-jähriger Schüler" und "Alltag und Leben an der innerdeutschen Grenze" im Rahmen eines Workshops.
Nach der Präsentation der Ergebnisse, die Wissenszuwachs erbrachte und gleichermaßen das freie Sprechen schulte, besuchte uns ein weiteres Mal unser Zeitzeuge, Herr Tiller.
Seine Sicht auf den Unrechtsstaat DDR und seine emotionale, aber nicht belehrende Art und Weise Lebensgeschichten zu erzählen, begeisterte nicht nur unsere Jugendlichen.

M. Jacob

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13.02.2014

DDR-Geschichte mit den Sinnen begreifen
(Sehen - Hören - Anfassen)


Diesen besonderen Tag erlebten unsere Neuntklässler am 13. Februar 2014 im Schloss in Geisa.
"Schöne Grüße aus der DDR" ist ein Bildband mit Texten von Dietmar Riemann und Roman Grafe, der die Wirklichkeit dieser Zeit ungeschönt und aus dem Blickwinkel der Opfer des SED-Regimes darstellt.
Bewegend waren auch die Lebensgeschichten des Zeitzeugen Herrn Tiller aus Geisa, der 40 Jahre DDR erlebt und erlitten hat. Mitgebrachte Gebrauchsgegenstände und Fotos ergänzten die Vielfalt dessen, was die DDR war und was sie nicht war. Aber auch unsere Schüler haben alle Beteiligten mit ihrem großen Interesse und ihren intelligenten Fragen beeindruckt.
Dank an die Stiftung Point Alpha und allen Eltern und Verwandten für die Hilfe zur Vorbereitung dieses Projektes!

M. Jacob

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07.11.2013 - 08.11.2013

"Eingesperrt und Freigekauft"


Nie wieder Diktatur!

Was Menschen erlebt und erlitten haben, die in der ehemaligen DDR politisch nicht "sauber" agierten oder das Land in Richtung Freiheit verlassen wollten, haben zehn Schüler der 9. Klassen unserer Schule am 07. und 08. November hautnah spüren können. Sechs Zeitzeugen erzählten sehr emotional iihre Geschichte, die letztendlich in einer Haftanstalt der Staatssicherheiit und mit dem Freikauf seitens der BRD endete.
"Eingesperrt und freigekauft" hieß in diesem Jahr das Motto der Veranstaltung auf Point Alpha, anlässlich des Mauerfalls am 9. November 1989, an der ca. 300 Mädchen und Jungen unterschiedlicher Schulformen aus Thüringen

und Hessen teilnehmen durften. Was ist das für ein Staat, der seine Bürger willkürlich verhaftet, einsperrt und anschließend an den Westen verschachert? Wie lebt ein Mensch weiter, dem ein solches Unrecht geschehen ist? Was passierte mit den Tätern?
Das sind Fragen, die junge Menschen beschäftigen und am besten durch "Geschichtsunterricht zum Anfassen" beantwortet werden können.
Im Anschluss an diese Zeitzeugengespräche entstanden Texte für eine Sonderseite der STZ und des Freien Wortes.
Bei dieser Arbeit haben sich Katharina, Julia, Annalena, Sophie, Sarah, Dorothea, Christoph, Johannes, Christian und Niclas als Zeitungsredakteure versucht, mit großem Erfolg, wie man lesen kann.

Herzlichen Glückwunsch!


Ich möchte mich persönlich bei den Schülern und Eltern bedanken, die dieses besondere Erlebnis möglich gemacht haben.

Manuela Jacob

Die Regelschule Geisa und die Point Alpha Stiftung vereinbaren eine langfristige Kooperation in verschiedenen Bereichen und Arbeitsfeldern. Die Vereinbarung unterzeichneten am 11.12.2013 der Direktor der Point Alpha Stiftung, Volker Bausch, und der Schulleiter der Regelschule, Jens Jahn.

Dazu gehören insbesondere:

  • Identifizierung, Planung und Durchführung von gemeinsamen Projekten zu den Themen deutsch-deutsche Geschichte, Grenzregime, SED-Diktatur und "Kalter Krieg" in ihrer jeweiligen Gestalt und Bedeutung vor Ort
  • Gemeinsame Präsentation und ggf. geeignete Veröffentlichung der Projektergebnisse
  • Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen (Lesungen o.ä.) in den Räumen der Regelschule oder der Stiftung
  • Zusammenarbeit interessierter Schülerinnen und Schüler mit dem pädagogischen Personal der Stiftung (z. B. in Schülerworkshops/als "Schüler-Gästeführer")
  • Zusammenarbeit bei der Gestaltung besonderer Veranstaltungen (Point-Alpha-Preis, 3. Oktober)

Lernen am anderen Ort - Point Alpha
Am 22.01.2013 führte die Klasse 10a einen Workshop zum Thema "Die Grenzsicherung der DDR" auf Point Alpha durch. In 5 Gruppen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Grenzsicherungsanlagen, den Aussiedlungen aus dem Grenzgebiet, den spektakulären Fluchtversuchen, der Stasibespitzelung und der Scheindemokratie in der DDR.
Am Ende des Workshops stellten sich die Schüler ihre Arbeitsrgebnisse gegenseitig vor.

Bericht aus der STZ vom 10.11.2010:



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14.09.2009 -- Buchlesung mit Roman Grafe und Rainer Schinzel


Autor Roman Grafe und Zeitzeuge Rainer Schinzel zu Gast in der Regelschule Geisa

Vor den zwei 9. Klassen unserer Schule las der Autor und Journalist Roman Grafe aus seinem Buch „Die Grenze durch Deutschland“. Zudem hatte er einen Zeitzeugen mitgebracht:
Rainer Schinzel erzählte,wie er 1963 über die Grenze aus der DDR in die Bundesrepublik floh. ...


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19.04.2009 -- Filmpräsentation "Verriegelte Zeit" und Premiere des neuen Projektes "Schüler im Gespräch mit...."

Am Sonntag, dem 19.04.2009, besuchten etwa 20 interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b eine Filmvorstellung von Sybille Schönemann am Point Alpha.

Sybille Schönemann berichtete in einem neunzigminütigen Dokumentarfilm wie sie und ihr Mann die ehemalige DDR als Unrechtsstaat erlebten. Die Schönemanns waren Regisseure, die in Babelsberg angestellt waren. Sie wollten ihre eigenen Filme drehen und schrieben viele Drehbücher. Diese aber wurden nirgends angenommen. Daraufhin stellten die beiden Ausreiseanträge, welche nicht bewilligt oder nie bearbeitet wurden. Ergebnis dieser Anträge waren Stasibespitzelungen bis hin zu einer einjährigen Inhaftierung in einem Thüringer Gefängnis. Sybille Schönemann war von ihrem Mann und ihren beiden Töchtern getrennt.
Nach einem Jahr ging die DDR zugrunde und die Inhaftierung war beendet. Noch mal 5 Jahre später suchte Sybille Schönemann nach Antworten auf die Fragen, die sie sich im Gefängnis stellte. Sie fasste all ihren Mut zusammen und befragte mit einem Kamerateam ihre damaligen „Peiniger“. Alle Fragen galten Richtern, Offizieren, Betreuern und einigen Genossen. Auf Fragen, wie: „Was fühlen Sie?“, „Wie haben Sie die DDR empfunden?“, gab es keine Antworten oder nur Ausreden, wie: „Daran kann ich mich kaum erinnern...“.

Anschließend eröffneten sechs Schüler aus dem Rhöngymnasium Kaltensundheim eine Diskussionsrunde. Sybille Schönemann beantwortete die Fragen der Schüler und auch die des Publikums.
Wir selbst fassten dieses Thema als sehr schwierig auf, aber dennoch fanden wir die Vorstellung interessant.

Am darauf folgenden Tag (Mo, 20.04.2009) kam der Autor Roman Grafe, der am Abend zuvor die Veranstaltung moderiert hatte zu uns in die Schule. Dort diskutierten wir angeregt über das Thema und konnten noch viele offenen Fragen klären.

Luisa Ritz, Kl. 10a


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08.01.2009 -- Projekt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Leseland"


Wir sind Schüler der Klassenstufe 10, die interessiert die Geschichte der deutschen Teilung - speziell in unserem ehemaligen Grenzgebiet - verfolgen.

Besonders für uns Jugendliche, die keinen direkten Kontakt mit der DDR-Diktatur hatten, ist die seitens der Point-Alpha-Stiftung organisierte Veranstaltungsreihe "Leseland" ein wichtiger Beitrag, Geschichte 'hautnah' unter Einbeziehung von Zeitzeugen zu erleben, eindrucksvoller als es ein noch so gut geschriebener Lehrbuchtext vermitteln zu vermag.
Deshalb überlegten wir zu Beginn des Schuljahres nicht lange, den Vorschlag von Frau Hergert betreffs der Organisation und Durchführung einer Lesung in eigener Verantwortung anzunehmen. Wir konnten aus uns zur Verfügung gestellten Stasiakten selbst eine Auswahl treffen, um darauf aufbauend das Lesungsprogramm zu erstellen. Es war schon ein beklemmendes Gefühl, als wir die Akten in den Händen hielten, um dann in diesem menschenverachtenden, kalten Schreibstil der Stasi über Menschenschicksale lesen zu können. Über normale Leute wie du und ich, die einfach zum Leben standen und als Jugendliche ihre Träume verwirklichen wollten. Wir waren innerlich einfach nur betroffen und schockiert, wie ein heute vielleicht nur belächeltes Aktenschreiben damals Angst und Schrecken auslöste und komplette Lebenswege von DDR-Bürgern veränderte. Deshalb versuchten wir mit unserer Lesung auch selbst Zeichen gegen das Vergessen zu setzen und hoffen zudem, ein jugendliches Publikum damit zu erreichen.

Anfangs unterschätzten wir etwas den Arbeitsaufwand, jetzt freuen wir uns natürlich übr das Ergebnis, entstanden in eigenem "Teamwork".

Am 08.01.2009 fand die Lesung auf "Point Alpha" im Haus auf der Grenze statt. Das wir sehr aufgeregt waren, versteht sich von selbst. Es waren mehr Gäste anwesend, als wir erwartet hatten, u.a. der Vorsitzende des Fördervereins Point Alpha e.V. Berthold Dücker, die Stiftungsratsvorsitzende der Point Alpha Siftung Uta Thofern und viele weitere Gäste.


Hier der Zeitungsauschnitt aus STZ und Freies Wort:
(Zum Vergrößern und besseren Lesbarkeit bitte darauf klicken)


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